Doping – Tabuthema in aller Munde

Jeder spricht darüber, jeder meint zu wissen was los ist. Wenn ihr an wissenschaftlichen Fakten interessiert seid – dann lest weiter!
Das Thema Doping ist nicht seit dem Ausschluss des gesamten russischen Leichtathletikteams letzten Sommer bei Olympia omnipräsent. Stars und Weltrekordhalter in verschiedenen Sportarten sind gestolpert und gefallen und haben sich danach bei Pressekonferenzen mit Schweigen oder Lügen lächerlich gemacht, oder unter Tränen die Überführung gestanden.
Oft geht es hier um Millionenbeträge durch Prämien und Sponsorengelder
Man kann sich viel unter dem Thema Doping vorstellen, aber Transparenz und die Kenntnis über die Art und Wirkung der jeweiligen Substanzen ist elementar, um zu verstehen worin der Reiz für die Sportler liegt.
Längst haben Dopingmittel nämlich die Fitnessstudios verlassen und sind im Amateursport oder als Lifestyle- und Ästhetik-Droge zu haben. Lieber eine Spritze pro Woche als die Fettweg-OP für den Bauch!
Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich mich sehr deutlich von der Einnahme von
leistungssteigernden Mitteln distanziere, die Gesundheitsrisiken sind sehr groß und die Schäden können irreversibel sein und sogar zum Tode führen. Doch was für Stimulanzien gibt es eigentlich?
Anabole Steroide
• Unterstützen die Steigerung von Muskelmasse und Kraft
• Verkürzen sehr stark die Regenerationszeit nach Belastungen (mehr/härteres Training möglich)
• Die leistungssteigernden Effekte halten wesentlich länger an, als die Substanz im Blut
nachgewiesen werden kann und werden daher häufig in der Vorbereitungsphase eingesetzt
• Bei circa 50% der positiv getesteten Proben werden Anabole Steroide gefunden
Blutdoping
• EPO und Bluttransfusionen erhöhen die Anzahl an roten Blutkörperchen im Körper
• Sorgt für bessere Sauerstoffversorgung der Muskulatur (verminderte Ermüdung, mehr
Leistung)
• Bluttransfusionen mit Eigenblut sind kaum nachweisbar
• EPO wird sehr schnell im Körper abgebaut und daher oft mikrodosiert
Stimulantien
• Erhöhen die Konzentrationsfähigkeit und das wahrgenommene Energielevel
• Toleranzniveaus unter bestimmten Grenzwerten werden geduldet (Koffein, Pseudo-Ephedrine)
• Leicht nachweisbar
Stimulantien werden vor allem in Sportarten wie Schießen, Bogenschießen oder auch im Biathlon eingesetzt, wo der Fokus an der Waffe über Sieg oder Niederlage bestimmt.
Wachstumshormone
• Fördern den Stoffwechsel (weniger Körperfett, mehr Muskelmasse im Verhältnis zum Körpergewicht)
• Beschleunigen die Regeneration von Bändern und Sehnen (sehr beliebt nach Knie OPs –
Beispiel: NBA Basketball-Megastar Kobe Bryant)
• Kommen natürlich im Körper vor und bleibt nicht lange erhalten, daher sehr schwierig
nachzuweisen
Wachstumshormone haben sich in Beauty Kliniken mittlerweile zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Viele die es sich leisten können nutzen Aufenthalte in Kombination mit Therapien um in den Jungbrunnen zu tauchen. Allerdings besteht immer die Gefahr, dass auch Krebszellen mit wachsen.
Glucocorticosteroide und Beta2-Agonisten
• Werden in der Asthma Therapie eingesetzt
• Verbessern die Ausdauerfähigkeit und die Regenerationsfähigkeit (mehr/härteres Training)
• Sehr einfach nachweisbar; sind aber erlaubt, wenn bei einem Sportler Asthma diagnostiziert
wurde
Leistungssportler weisen einen 3 Mal so hohen Anteil an Asthma Leiden auf wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Interessant oder?
Quelle: http://www.scientificamerican.com/article/the-scientific-american-guide-to-cheating-in-the-
olympics/

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